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Sehr geehrte Damen und Herren,
wie werden die Kinder von heute in 20 oder 40 Jahren leben? In was für einer Welt werden sie dann zurechtkommen müssen? Mit welchen Herausforderungen werden sie konfrontiert werden? Wie können wir unsere Kinder fit für die Zukunft machen? Was benötigen sie an Kenntnissen und Fertigkeiten, um in 20 oder 30 Jahren beruflich und privat erfolgreich sein zu können?
Sonderbarerweise stellen sich Lehrer/innen, Erzieher/innen, Eltern, Verfasser von Lehr- und Bildungsplänen, Erziehungswissenschaftler und Bildungspolitiker nur außerordentlich selten diese Frage. Vielmehr wird rückwärts gerichtet gedacht: Was stand bisher in den Lehrplänen? Was muss jetzt an neuen Bildungsinhalten dazu kommen, was kann gestrichen werden?
Auch bei der Erziehung wird eher rückwärts gerichtet gedacht - als Eltern: Wie wurde ich als Kind erzogen? Will ich meine Kinder genauso erziehen - oder was will ich ändern? Dasselbe gilt für Politiker: Wieso waren die Kinder früher besser erzogen, also weniger verhaltensauffällig und psychisch gestört? Was läuft jetzt in den Familien und Schulen falsch? Was muss anders werden? Und Erziehungswissensch
aftler fragen: Was wurde früher in empirischen Studien über das Verhalten und Erleben von Kindern, über ihre Erziehung und Sozialisation herausgefunden? Was sind die Unterschiede im Vergleich zu den neuen Untersuchungen? Wobei die "neuen" Forschungsergebnisse oft auf vor zwei oder drei Jahren gesammelten Daten beruhen - so lange dauert es, bis sie ausgewertet und in Fachzeitschriften bzw. Büchern veröffentlicht wurden.
Aber wir wollen unsere Kinder doch nicht für ein Leben in der Vergangenheit bilden und erziehen, sondern für ein Leben in der Zukunft! Dann müssen sie sich bewähren! Deshalb müssen wir dringend umdenken, also überlegen, wie sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiterentwickeln werden, welche Qualifikationen unsere Kindern dann benötigen und wie wir jetzt die Grundlagen dazu legen können.
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Wenn Sie genauer wissen möchten, welche Kompetenzen Kinder und Jugendlichen in 10 oder 20 Jahren benötigen werden und wie wir ihnen diese vermitteln können, empfehle ich Ihnen das Buch:
Martin R. Textor: Zukunftsorientierte Pädagogik: Erziehen und Bilden für die Welt von morgen. Wie Kinder in Familie, Kita und Schule zukunftsfähig werden. Norderstedt: Books on Demand 2012, 132 Seiten, 11,50 EUR - direkt bestellen
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Natürlich ist es nicht einfach, die Zukunft vorauszusagen. Manches kann einfach nicht vorhergesehen werden - z.B. Katastrophen wie ein neuer Weltkrieg, ein Atomkrieg, gleichzeitige Attacken von Terroristen auf Atomkraftwerke in mehreren Ländern oder eine weltweite hoch ansteckende Seuche. Und manches, was vielleicht eintreffen könnte, wollen wir gar nicht wissen: Wie Sie wissen, wurden die Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren von einem vier mal vier mal sechs Kilometern großen Asteroiden ausgerottet. Laut der US-Raumfahrtbehörde Nasa treffen Geschosse mit einem Durchmesser von über einem Kilometer die Erde alle 600.000 Jahre; kleinere Einschläge soll es alle 2.000 bis 3.000 Jahre geben. Derzeit sind 906 potenziell gefährliche Asteroiden bekannt - einer mit der Nummer 2004 VD17 könnte mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1.500 am 04.05.2102 die Erde treffen. Er wird auf 500 bis 1.200 Meter geschätzt; beim Aufprall auf die Erde würde eine Energie freigesetzt, die der Sprengwirkung von etwa 15.000 Megatonnen TNT entspricht. Sollte dies passieren, werden dies einige unserer Kinder noch erleben...
Dennoch, die Zukunft hat längst begonnen: Was wir heute tun - oder unterlassen -, wird unwiderruflich zukünftige Entwicklungen beeinflussen. Dies gilt für uns persönlich und für unser soziales Netzwerk genauso wie für größere Systeme, also z.B. für Unternehmen, Kommunen, Länder, die Umwelt oder die (Welt-) Wirtschaft.
Das bedeutet aber auch, dass die Zukunft gestaltbar ist. Wie in einer Werkstatt aus vielen Einzelteilen ein Objekt entsteht, so entwickelt sich auch die Zukunft aus den Handlungen einzelner Menschen. Und so wie der hergestellte Gegenstand anschließend funktionieren mag oder nicht, so kann auch die von uns gestaltete Zukunft sich positiv oder negativ auswirken - auf uns oder auf unsere Nachkommen.
In der ZukunftWerkstatt finden Sie einen Überblick über zukünftige Entwicklungen, die voraussichtlich in den kommenden Jahrzehnten - bis ca. 2050 - eintreten werden. Ferner werden Kompetenzen genannt, die unsere Kinder "zukunftsfähig" machen. Schließlich wird dargestellt, welchen Beitrag Familie, Kindertageseinrichtung und Schule diesbezüglich leisten können.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
Martin R. Textor
© für die gesamte Website: Dr. Martin R. Textor, Institut für Pädagogik und Zukunftsforschung (IPZF), Fichtestraße 14a, 97074 Würzburg, Homepage: http://www.ipzf.de
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